Ein Ansitz, wie man ihn vom See kennt
Die meisten Angelspiele drehen sich um den Drill: Köder raus, Biss, kurbeln. Der Simulator von Dangerous Derk Interactive, einer Firma aus Hedon bei Hull in England, fängt vorher an. Laut Store-Beschreibung stellst du ein Biwak auf und legst dann mit Markerrute, Spod-Rute und Köderboot deinen Platz an.
Das ist genau die Reihenfolge, die man auch an einem englischen Karpfensee oder einem Baggersee bei Erding hätte. Erst loten, dann füttern, dann die Ruten ablegen. Wer diesen Ablauf kennt, fühlt sich hier schneller zuhause als in jedem Arcade-Angler.
Die Beschreibung nennt 23 Fischarten. Das klingt nach wenig, verglichen mit Let's Fish und seinen über 650 Arten. Für ein Karpfenspiel ist es aber ehrlich: Karpfen stehen hier im Mittelpunkt, der Rest ist Beifang.
Markerrute, Spod und Futterboot erklärt
Falls du die Begriffe nur aus dem Spiel kennst, hier kurz, wofür die drei Werkzeuge am echten Wasser gut sind. Wie genau das Spiel sie umsetzt, siehst du erst nach dem Kauf.
- Markerrute
- Eine Rute mit Auftriebskörper statt Haken. Du ziehst das Blei über den Grund und spürst, ob es hart, schlammig oder krautig ist. So findest du Kanten und Plateaus.
- Spod-Rute
- Eine kräftige Rute, die eine Futterrakete auf genau die markierte Stelle wirft. Mehrere Würfe auf denselben Clip ergeben einen dichten Futterteppich.
- Futterboot
- Ferngesteuertes Boot, das Futter und Montage weit draußen ablegt. An vielen deutschen Vereinsgewässern ist es verboten, im Spiel natürlich nicht.
- Biwak
- Zelt oder Schirm für den Ansitz über Nacht. Im Spiel eher Kulisse, am See die halbe Miete, wenn es um drei Uhr morgens regnet.
Nacht, Wetter und Mitspieler
Du kannst laut Store zu jeder Tages- und Nachtzeit fischen, bei jedem Wetter. Für Karpfenangler ist das der spannende Teil, weil die großen Fische an vielen Gewässern erst in der Dämmerung an den Futterplatz ziehen.
Dazu kommt ein Online-Mehrspielermodus, in dem du mit Freunden am selben See sitzt. Hier gibt es einen Haken, im wörtlichen Sinn: Der Mehrspielermodus ist in der Beschreibung mit einem Sternchen markiert. Genauso Flüsse und Kanäle. Das Sternchen bedeutet, dass du dafür zusätzlich im Spiel kaufen musst.
Wie viele Seen im Grundpreis enthalten sind und was die Fluss- und Kanalpakete einzeln kosten, verrät die Store-Seite nicht. Ich kann dir das also nicht sagen, ohne zu raten. Schau dir im Spiel den Shop an, bevor du etwas kaufst.
Für wen sich die 4,79 € lohnen
- Für dich, wenn du im Winter die Wartezeit bis zum ersten warmen Wochenende überbrücken willst und dabei an Futterplatz und Spotwahl denkst.
- Für dich, wenn dich Werbung stört: Die Store-Seite weist beim Simulator keine Werbung aus, anders als bei allen vier Gratis-Spielen auf dieser Seite.
- Eher nicht, wenn du Barsch, Hecht und Meeresfische willst. Dann passt die breite Auswahl in der Übersicht aller fünf Spiele besser.
- Eher nicht, wenn dein Handy vor allem offline läuft und du Mehrspieler willst, denn der kostet extra und braucht Netz.
Die letzte Aktualisierung vom 24.02.2026 hat laut Versionshinweis nur Sicherheitslücken im Build geschlossen. Neue Gewässer kamen damit nicht dazu. Wie die Kosten aller fünf Spiele im Vergleich aussehen, steht unter Kosten, Werbung und Offline-Spielen.
Vom Spiel zurück ans Wasser
Das Schöne an diesem Simulator: Was du hier übst, ist kein Unsinn. Der Gedanke, erst den Grund zu lesen und dann gezielt zu füttern, gilt am echten See genauso. Welche Montagen du dafür am Wasser nimmst und wie du nachts deinen Platz organisierst, habe ich in einem eigenen Text zu Montagen, Futter und Nachtangeln zusammengeschrieben.
Nur eins nimmt dir das Spiel nicht ab: den Fischereischein. Wer in Deutschland auf Karpfen angeln will, braucht ihn plus die Erlaubnis für das jeweilige Gewässer.